Di, 04.11.2014: 9) FDP: Prof. Karl E. Noreikat: Antworten zu den Fragen der Agendagruppe "Klima Schützen"

Prof. Karl E. Noreikat  (FDP)

Esslinger Energie-Gespräche: Fragen & Antworten


E1) Was sind aus Ihrer Sicht die Hauptpunkte für ein Gelingen der Energiewende vor Ort?

Die Energiewende wird gelingen, wenn eine Ausgewogenheit von

sozialer Akzeptanz,

ökologischer Beständigkeit

ökonomischer Sinnhaftigkeit

angestrebt und verwirklicht wird.

Der Bürger wird die Ausgewogenheit  erkennen und sich auf allen Feldern der Energiewende

(Verkehr, Energieeinsparung, Haussanierung,..) aktiv beteiligen.

Die Akzeptanz beim Bürger wird erreicht durch Vorleben und Vermittlungen von Erkenntnissen und nicht durch „erziehen“. Der politische Rahmen muss so gestaltet werden, dass die Hauptakteure zum Handeln bewegt werden. Da hat das Land und die Kommune Möglichkeiten konkret über Steuersenkungen (z. B. Grundsteuer) den Hausbesitzern finanzielle Freiräume zu schaffen, mit denen sie sich an der Energiewende (z. B. durch energetische Haussanierungen) beteiligen können.

 
E2) Wie unterstützen Sie bzw. Ihre Partei die Energiewende vor Ort zurzeit und in Zukunft?

Alle Klimaschutzkonzepte der Stadt Esslingen und die daraus von der Verwaltung abgeleiteten Maßnahmen wurden und werden auch in der Zukunft unterstützt, sofern es sich auch um wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen handelt und die oben genannte Ausgewogenheit  (sozial, ökologisch, ökonomisch) erkennbar sind.

 
E3) Wo sehen Sie die größten Hindernisse?

Energetische Sanierungsmaßnahmen werden von den Bürgern häufig als kostenintensiv wahrgenommen, was teils auf falsche oder kurzsichtige Berichterstattungen in den Medien zurückzuführen ist. Es gilt darzulegen, dass wirtschaftliche energetische Maßnahmen sinnvoll und möglich sind. Der öffentliche Bereich kann hier mit positivem Beispiel vorangehen.


E4) Wer sind die Hauptakteure bei der Energiewende und wie können  diese beeinflusst  werden?

Hauptakteure sind die Hauptbetroffenen und das sind die Bürger. Sie verbrauchen die meiste Energie in Esslingen und emittieren damit den Großteil der CO2-Emission. In der Bürgerschaft  muss durch ehrliche Information über die Möglichkeiten der Energieeinsparung eine positive Grundstimmung erzeugt werden. Energetische Sanierungen im öffentlichen Bereich können die Bürger zu einer Beteiligung an der Energiewende animieren. Strengere gesetzliche Vorgaben durch Bund oder Land lehnt die FDP ab.


E5) Wie beurteilen Sie die Maßnahmen der Stadt Esslingen (z.B. Esslingen & Co) im Hinblick auf die Energiewende?

Esslingen & Co. versucht die Bürger als Hauptakteure zu informieren und zum Handeln zu bewegen. Hier wirkt auch das EZE positiv. Letztendlich müssen die einzelnen Maßnahmen aber auch unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet und mögliche Kooperationen ins Auge gefasst werden.

 

E6) Welche konkrete Maßnahmen und Projekte in Esslingen zur Energiewende
       a) haben Sie in 2014 unterstützt?
       b) werden Sie in 2015 unterstützen?

Die FDP Esslingen unterstützt das Klimaschutzkonzept der Stadt Esslingen 

      „25 Prozent weniger CO2 bis 2020“.

Jedes sinnvolle Projekt wird begrüßt und unterstützt und die Langzeitprojekte werden nachhaltig vorangetrieben.  

 

E7) Sehen Sie wie wir, dass das EZE eine Erfolgsgeschichte im Sinne der Bürger ist? Werden Sie das EZE auch zukünftig unterstützen? 

Die Besucherzahlen sind leider niedrig und die Kosten nicht unerheblich. Die allgemeine Energieberatung  kann auch von anderen Organisationen (Verbraucherzentrale Energie) übernommen werden. Bei konkreten Vorhaben sind die Architekten und Handwerksbetriebe zur Beratung bereit und auch notwendig. Grundsätzlich „ Privat vor Staat“.

 

 
E8) Sehen Sie wie wir, dass die Stelle Klimaschutzmanager (Frau Kälber) zeitnah wieder besetzt werden muss?

Die Verwaltungsspitze sollte eine Wiederbesetzung sehr sorgfältig begründen.  Der Gemeinderat wird entscheiden. Bei entsprechenden Argumenten kann einer Wiederbesetzung zugestimmt werden.